Wir sind eine Lobby für Obdachlose, wohnungslose Menschen und die, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Wir halten den direkten Kontakt zu den Betroffenen und bieten praktische Hilfe, moralische Unterstützung und Rat.

In unserem Bistro, das jeden Montagabend geöffnet hat, sind alle Menschen eingeladen, sich satt zu essen, Teil einer Gruppe zu sein und Ansprechpersonen für ihre Probleme zu finden.

Wir sind Teil der Kirche Oberrahmede und bieten auch hier unseren Freunden Teilhabe und Zugehörigkeit.

Die Kirche trägt das Projekt Möbelei mit. Hier engagieren sich Betroffene und Mitarbeiter, holen geschenkte Möbel ab und bringen sie zu Menschen in Not.

Unsere Arbeit wird nur durch Spenden finanziert. Bankverbindung siehe Spenden.

Der Obdachlosen-Freundeskreis wurde 1992 gegründet.

Zurzeit engagieren sich ein Team von ca. 12 Mitarbeiter/innen für die Belange von Menschen in besonderen Lebenslagen. Zwei Mitarbeiterinnen sind für wenige Stunden angestellt, alle anderen arbeiten ehrenamtlich.

Wir wünschen viel Spaß, beim Stöbern auf unserer Seite!

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Unser Anliegen

Mehr als nur ein Bett

Obdachlose und wohnungslose Menschen und haben das Recht, beachtet und respektiert zu werden. Darum bieten wir Hilfe zur Selbsthilfe. Wir stehen an der Seite von Betroffenen und ermutigen und stärken die Personen, damit sie selbst ihr Leben wieder in die eigenen Hände nehmen können.

Wir möchten:

  • Freunde in der Not sein und als Freund erlebt man manche kuriose und unglaubliche Geschichte hautnah mit. (siehe Wahre Geschichten)
  • An der Seite derjenigen Menschen bleiben, die durch ihre Geschichte und erlebte Traumata beeinträchtigt sind.
  • Diejenigen ermutigen, begleiten und unterstützen, deren Weg durch eine Entgiftung und Therapie führt.
  • Durch Wohnungsvermittlung und Begleitung Betroffene wieder zurück helfen ins Leben
  • Teilhabe bieten. Menschen in Obdachlosigkeit oder in Armut oder Sucht leben oft völlig ausgegrenzt von der Stadtgesellschaft. Wir als Kirchengemeinde bieten Teilhabe und Dazugehörigkeit.
  • Vernetzt sein in der Stadt mit anderen obdachlosen-Hilfen. Durch die Initiative der Gründerin Monika Deitenbeck-Goseberg startete vor vielen Jahren der Runde Tisch gegen Obdachlosigkeit der Stadt Lüdenscheid. Es ist Tradition, dass dieser Tisch in der Vorweihnachtszeit einmal bei uns im Kirchhaus stattfindet.

Bistro

Das Bistro ist etwas ganz Besonderes. Schon vor der Öffnung, jeden Montag, steht eine kleine Menschentraube vor der Tür und wartet. Ab 18:00 Uhr gibt es zuerst Kaffee für alle, manchmal auch Kekse oder Kuchen.

Es kommen zwischen 30 und 70 sehr unterschiedliche Menschen ins Bistro im Gemeindezentrum der Erlöserkirche in Lüdenscheid. In einer gemütlichen Atmosphäre besteht die Möglichkeit zum Austausch, zum Karten spielen, Kickern oder einfach nur dabei zu sein. Später gibt es ermutigende Wort und Hinweise auf Veranstaltungen oder kostenlose Mahlzeiten und dann wird gemeinsam gegessen. Im Anschluss kann sich Jeder Brot und Gebäck mitnehmen, das wir von einem ortsansässigen Bäcker geschenkt bekommen. Wenn die Mitarbeiter nach Hause gehen, sind sie ganz erfüllt, von den vielen Begegnungen und Gesprächen.

Termine:

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Termin

Ort

Zusammenfassung

Adresse:

Herzogstrasse 16
58507 Lüdenscheid

Ein ganz normaler Montagabend im Bistro des OFKs … (weiterlesen)

Ein ganz normaler Montagabend im Bistro des OFKs startet bei uns derzeitig um 17.00 Uhr, und zwar in der Jugendetage des Gemeindezentrums der Erlöserkirche. OFK steht für den Obdachlosen-Freundeskreis der Kirche Oberrahmede. Der findet nicht in Oberrahmede statt, das wäre zu weit draußen, sondern im Herzen der Stadt Lüdenscheid. Um 17.00 Uhr kommen die sieben Teilnehmer unseres Gitarrenkurses. Man zeigt stolz seine neue Gitarre und hört andächtig dem zu, der erste Akkordgriffe vermittelt. Zwischenzeitlich kommt der Einkäufer, bringt Brot und Käse. Und die Helferinnen sind auch schon da, die setzten zuerst den ganz wichtigen Kaffee auf und schmieren Brote. Den Aufschnitt bringt jemand von der Tafel mit. Draußen vor der Türe sammeln sich schon unsere Leute, warten mehr oder weniger geduldig. Um 18.00 Uhr wird es kurz unübersichtlich, der Gitarrenkurs endet, einige gehen, andere bleiben und die Türen öffnen sich, alle strömen herein und werden herzlich begrüßt. Mit Kaffee und Keksen geht’s los, es werden Karten gespielt und palavert. Draußen sind immer einige die rauchen, heute gibt’s da einen Streit zu schlichten. Wir Mitarbeiter werden von vielen der über 40 Besucher heute angesprochen. Die meisten kennen wir schon lange, einige sind jedes Mal da, andere selten. Nur einzelne von ihnen sind tatsächlich obdachlos, aber Nöte gibt es viele. Um 19.00 sagen einige Teilnehmer, ich solle anfangen. Zu erzählen. Heute lese ich aus Markus 10 vor: „…Wer die Macht hat, nutzt sie rücksichtslos aus… Aber so soll es bei euch nicht sein! Im Gegenteil: Wer groß sein will, der soll den anderen dienen.“ Und wir kommen ins Gespräch, über Macht und das Ausnutzen von Macht, fühlen uns ausgenutzt – und auch ertappt. Dann steht da noch, dass Jesus nicht kam, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen. Das lässt uns staunen. Unser Gott ist anders! Und wir hoffen, dass er uns hilft, anders zu sein. Die Atmosphäre ist dicht und aufmerksam. Mein Blick trifft sowohl auf bestätigendes Nicken als auch auf fragende Augen und Stirnrunzeln. Doch nun gibt es erst mal das vorbereitete Essen für alle. Das übriggebliebene Gebäck einer naheliegenden Bäckerei wurde abgeholt und wird nun auch verteilt an dankbare Abnehmer. Wir nehmen uns jetzt noch Zeit für komplizierte Anfragen von Einzelnen, wo es um Jobcenter, Ausländerbehörde, Bedarfe oder Wohnungssuche geht. Wir raten, was wir raten können. Manchmal können wir dann mit Möbeln aus unserem Lager aushelfen oder wir begleiten später Behördengänge. Es ist ein fröhlicher Abschied. Bis wir wieder zuschließen ist es 20.30 Uhr. Puh. Heute war es voll! Es waren viele! Und es hat Spaß gemacht!

Herzliche Einladung an alle, einem Montagabend mit uns zu verbringen!

Möbelei

Seit 28 Jahren investieren sich Ehrenamtliche und „Ehemalige“ in der „Möbelei“. Dieses Projekt ist überaus nachhaltig, denn es dient dazu, dass gebrauchte Möbel von Spendern durch das Team abgeholt werden und an Bedürftige ausgefahren werden.

Die Möbelei findet an zwei Vormittagen in der Woche statt und endet mit einem gemeinsamen Mittagessen, das von Mitarbeitern und Teilnehmerinnen des OFKs aus geretteten Lebensmitteln zubereitet wird.

Wir sind sehr dankbar, dass wir das Kirchhaus dafür nutzen können und dass sich nicht selten auch Gemeindemitglieder zum Essen einfinden und damit ein bisschen mehr Durchmischung und Teilhabe geschehen.
Besonders wichtig ist es aber, weil es Leuten, die auf der Straße waren oder durch Sucht und psychische Krankheiten sich fast aufgegeben hatten, hier eine neue regelmäßige Struktur in ihrem Leben finden können. Dazu kommt, dass dies eine durchweg sinnstiftende Tätigkeit ist, die verschiedene Gesellschaftsschichten verbindet.
Das Arbeiten und leben in einem Team fordert alle heraus sozial-kompatibel zu sein oder zu werden. In den vielen Jahren, die das Projekt besteht, sind schon manche auf einen Berufsalltag vorbereitet worden.

Wahre Geschichten

Wichtiger Teil unserer Arbeit sind die Einzelfallhilfen. Da stoßen wir schon mal auf ganz besondere Fälle, kuriose Geschichten, von denen man kaum glaubt, dass es sie in unserer Stadt gibt.

Sukhwir: Ein Mann aus Indien – 20 Jahre illegal

Sukhwir, ein Mann aus Indien, war 20 Jahre lang illegal in Deutschland. Viele Jahre davon in Lüdenscheid. Er arbeitete schwarz, meistens kochte er in Restaurants und lebte in einem Loch. Das klappte irgendwie, wir wissen nicht wie, aber dann erkrankte er an Diabetes.

Natürlich ist das eine gefährliche Krankheit, wenn sie nicht behandelt wird. Ohne Krankenversicherung gab es keine Behandlung für ihn. Jemand brachte den Inder zu uns ins Bistro und ein Mitarbeiter begann sich einen Weg durch den behördlichen Dschungel zu schlagen. Als Soforthilfe übernahm der OFK die erste Arztrechnung, denn Insulin war lebensnotwendig. Es folgten: Aufenthaltstitel beantragen, Duldung bekommen, Anmeldung beim Sozialamt, Krankenversicherung, mehrere langwierige Krankenhausaufenthalte, Nahtoderfahrungen, Transporte organisieren nach und von Dortmund, die Suche nach einer Wohnung. Apartment gefunden. Kostenübernahme klären, Umzug organisieren, Einrichtung besorgen, Pflegedienst zum Spritze setzen finden und starten, Essen auf Rädern zuerst auf unsere Kosten, jetzt Finanzierung durch die Stadt. Sukhwir lebte nur knapp ein Jahr in seinem Apartment, dann verstarb er und einige Mitarbeiter waren an seiner Beisetzung beteiligt. Er war ein liebenswerter, humorvoller Freund. Wir vermissen ihn.

Thomas: 25 Entzüge – seit 4 Jahren trocken

Thomas (Name wurde geändert, um die Person zu schützen) ist jetzt 50 Jahre alt, lebt in seiner eigenen Wohnung, war mal obdachlos. Ich habe ihn im Sommer 2025 interviewt.
Warum bist du obdachlos geworden?Thomas: „Scheidung, Sauffrei, da hab ich angefangen zu saufen.“

Er berichtet, dass er Probleme in der Ehe hatte und damit fing er richtig an zu trinken.
„Ich hab meine Arbeit verloren, alles hier,“ sagt er.
Es folgten sechs Jahre Obdachlosigkeit. In unserer Stadt.
„Damals die Monika, die hat mir auch geholfen.“ „Aber das muss man erst mal sich begreifen, dass die Monika nicht mehr ist. Das ist so. Ich habe ein Jahr gebraucht,“
Damals hatte Moni, die Gründerin des OFKs, dafür gesorgt, dass am Nattenberg Container für Obdachlose aufgestellt wurden. Und etwas später startet das Bistro hier oben in der Stadt.
Thomas: „Montagsabends sind wir hier hin. Hier war was los!“ „Viel geholfen hat mir das auch. Aber die Wohnung habe ich selber gesucht“.
Über private Kontakte bekam er wieder eine Wohnung und der OFK hat ihn mit Möbeln versorgt. Über 20 Jahre war Thomas alkoholabhängig. Zuerst angefangen hat er in der Bundeswehrzeit.
Ob er denn mal versucht habe aufzuhören? 25 Entzüge habe er gemacht. Wenn nicht noch mehr.
„Die kannten mich schon alle, die Ärzte, der Polizei, die Feuerwehr, die kannten mich alle“.
Und jetzt – ist er trocken. Er ist jetzt in seinem 4. Jahr.
Wie er das dann geschafft hat? Er hat von anderen gehört, was er am letzten Abend gemacht hat und das war gar nicht gut, das muss ziemlich krass gewesen sein und da wusste er, er muss sofort aufhören. Und da hat er geschafft, was er 20 Jahre nicht geschafft hat. Er hat sich Hilfe gesucht, gefunden und angenommen! Er kommt seit vielen Jahren fast jeden Montag im Bistro. Er ist ein wahrer Freund des Freundeskreises.Abschließend sagt Thomas: „Viel geholfen hat mir der OFK.“

Kleine Geschichte des OFK

Im November 1992 lag die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze erst kurz hinter uns und viele Menschen aus Ostdeutschland kamen in den goldenen Westen. Und in Lüdenscheid ergab sich daraus ein Wohnungsnotstand. Etwa 50 Personen schliefen auf der Straße. Das war für die damalige Pastorin Monika Deitenbeck-Goseberg ein unerträglicher Zustand.

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Alle evangelischen, katholischen, freikirchlichen Gemeinden, CVJMs, Verbände, Gewerkschaftsgruppen u.a. wurden zu einem Treffen ein. 56 VertreterInnen kamen. Es wurde die Geburtsstunde des OFK.

Von da an überschlugen sich die Ereignisse. Spenden und Sachspenden von allen Seiten, Benefizkonzerte, Weihnachtsfeiern zugunsten der Obdachlosen und vieles andere mehr.

In den Wochen bis Weihnachten hatten die LüdenscheiderInnen 143.000 DM gespendet. 3 Container und 10 Wohnwagen wurden davon finanziert und von der JUH betreut. Der OFK übernahm in ehrenamtliche Arbeit die Betreuung der Betroffenen.

Woche für Woche suchten wir die Menschen in den Containern und Wohnwagen auf, lernten sie kennen, hatten Gespräche, holten sie heraus und nahmen sie mit zu Festen, Feiern, Konzerten und Veranstaltungen. Wir lernten von den Mitarbeitern der Caritas unser Konzept: Hilfe zur Selbsthilfe.

Im Dezember 1993 schrieben wir alle Wohnungsgesellschaften in Lüdenscheid an und fragten sie nach einem Wagnis: uns als OFK Wohnungen zu vermieten, in denen wir als unsere Untermieter wohnfähige Menschen aus den Containern einmieten könnten. Eine Gesellschaft meldete sich zurück, und ab Januar 1994 bekamen wir die ersten beiden Wohnungen vermietet.

In den Jahren darauf wurden es insgesamt 19 Wohnungen, die wir anmieteten und in Absprache und Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Caritas die Bewohner begleiteten.

Die guten Erfahrungen überwogen bei weitem, so dass wir Anfang der 2000er Jahre Zug um Zug die Untermietverhältnisse in echte Mietverhältnisse umwandeln konnten.

Inzwischen waren die Container aufgelöst und andere Notunterkünfte geschaffen worden.

Die Arbeit des OFK verzahnte sich seit Mitte der 90er Jahre Zug um Zug mit der Arbeit der Ev. Kirchengemeinde Oberrahmede. Zunehmend stammten die ehrenamtlich Mitarbeitenden von dort, wurden dort die Menschen aus Containern und Wohnungslosigkeit integriert. Bei Festen und Feiern packten diese in den praktischen Auf- und Abbau-Arbeiten mit an. Bald entdeckten wir das Thema „Gastfreundschaft“. Bewirtungsdienste fielen zunehmend in den Aufgabenbereich des OFK. So wurden z.B. beim jährlichen „Markt der Familie“ und anderen städtischen Veranstaltungen ebenso wie bei kirchlichen Veranstaltungen die Menschen des OFK mitsamt ihren Mitarbeitenden zum Bewirtungsteam.

Außerdem wurde es zur Selbstverständlichkeit, dass Menschen des OFK an Veranstaltungen teilnahmen. So formulierte es der damalige Bürgermeister Dieter Dzewas, der OFK hätte in Lüdenscheid die Obdachlosen „salonfähig“ gemacht.

In den Jahren entwickelte sich ein wertvoller Prozess: Der OFK wuchs als große Familie zusammen. Wenn jemand ins Krankenhaus musste, wurde er besucht, die Geburtstage wurden zusammen gefeiert, alle großen Feste gemeinsam verbracht, gemeinsame Ausflüge veranstaltet, Aufgaben übernommen, zur jährlichen Gemeindefreizeit mitgefahren und vieles andere mehr.

Bald schon hinzu kamen unsere Möbelkammer, genannt Möbelei, mit kostenloser Abgabe von Möbeln und Wohnungsbestückung, ebenso die Hilfe bei Haushaltsauflösungen für alle Menschen der Stadt Lüdenscheid. Sie haben inzwischen einen ebenso festen Platz in der OFK-Arbeit

Das montägliche Bistro in der Innenstadt, in den Räumen des Gemeindezentrums der Erlöserkirche entwickelte sich zum Herzstück und Raum der Begegnung, wie auch der sonntägliche Fahrdienst ab Bahnhof zum Gottesdienst in der Oberrahmede.

Unser Dank gilt allen Helfern, die durch die über 30 Jahre kamen, blieben und gingen, allen treuen Spendern und Unterstützern und genau so allen Betroffenen, die sich bis heute einbringen!

Kontakt

  • Obdachlosenfreundeskreis

    Die Leitung des OFK:
    Ulrike Tetzlaff
    Frank Alles
    Ruth Giebels
    Manfred Baltrum
    Kontakt:
    info@ofk-luedenscheid.de
    Notfallnummer:
    0157-52479711

Unser Flyer

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Spenden

Bankverbindung

Ev. Kreiskirchenkasse Lüdenscheid
IBAN: DE22 3506 0190 2001 1936 11
Bank für Kirche und Diakonie
Vermerk: Spende für OFK